Du brauchst eine Positionierung! Das wird zumindest immer behauptet, aber stimmt das eigentlich? Die einen sagen, dass die Positionierung möglichst spitz sein muss. Die anderen sagen, finde deine Nische. Wiederum andere sagen, dass das alles Blödsinn ist. Was stimmt denn nun? Ich selber beschäftige mich intensiv mit dem Thema Positionierung: mit meiner eigenen, aber vor allem auch mit der von anderen. In diesem Artikel möchte ich genau diesem Thema und diesen Fragen auf den Grund gehen.

"Das ist doch alles Schwachsinn!"

Als ich mich selbständig gemacht habe, dachte ich, das sei alles Schwachsinn. Es geht schon auch ohne Positionierung. Ich brauche keine Nische. Ich brauche keine spitze Ausrichtung meiner Tätigkeit. Ich wollte es allen zeigen, dass es auch ohne geht. Außerdem wollte ich mich auch gar nicht entscheiden, was ich denn nicht mehr tue. Das war nämlich mein Gedanke. Wenn ich mich positioniere, dann darf ich bestimmte Dinge nicht mehr tun. Ich habe doch nicht so eine breite und gute Ausbildung gemacht, um dann nur einen Bruchteil davon anzubieten? 

So bin ich also an den Start gegangen. Mit einem riesigen Bauchladen an Möglichkeiten. Was ich tatsächlich relativ schnell bemerkte, war, dass es mir unheimlich schwer fiel, nach außen zu kommunizieren. Mir fiel es schwer zu sagen, was ich tue. Mir fiel es schwer zu beschreiben, für wen ich genau die Richtige bin. Mir fiel es schwer zu erklären, wie genau ich arbeite. Denn im Prinzip war alles möglich. Auf Social Media war ich im Prinzip gar nicht zu sehen. Der Grund waren die oben genannten Probleme. Ich wusste ja gar nicht, worüber ich schreiben soll, was ich erzählen soll. Ich habe schnell gemerkt, dass es so – zumindest für mich – nicht funktioniert.

Wir rannten gegen Wände

Zwischenzeitlich hatte ich mich mit einer Kollegin zusammen getan. Wir kannten uns bereits aus unserer gemeinsamen Tätigkeit im Unternehmen.  Auch sie war ähnlich gestartet wie ich und hatte die gleichen Erfahrungen gemacht wie ich. Wir wollten es also dieses Mal besser machen. Wie erarbeitet man sich also eine Positionierung? Ich würde sagen, wir sind da recht klassisch vorgegangen. Wir haben überlegt, was der Markt brauchen könnte. Aus unserer gemeinsamen Tätigkeit gab es auch ein gemeinsames Interessengebiet: New Work. Wir haben uns relativ viel mit neuen Arbeitsweisen und Zusammenarbeitsmethoden, agilem Arbeiten und was noch alles hinter diesem Begriff stehen mag, beschäftigt. Und das hat auch wirklich Spaß gemacht. Im Kontext unserer Organisation. Unsere Analyse ergab, dass es da draußen einen Markt gibt für diese Art der Organisationsberatung. Spaß hatte es uns auch gemacht und wir kannten uns auch in diesem Gebiet aus. Ich persönlich hatte sogar eine Qualifizierung zum Organisationscoach gemacht. Bestens vorbereitet starteten wir also mit diesem Geschäftsmodell und bekamen auch die ersten Kunden. 

Was wir jetzt schmerzlich erfahren mussten war, dass das, was uns schon bereits in unserer eigenen Organisation passiert ist nun auch in der Beratung einer anderen Organisation passierte. Wir rannten nämlich gegen Wände. Was meine ich jetzt damit? Viele Organisation verspüren einen Veränderungsdruck. Neue Arbeitsmethoden, neue Zusammenarbeitsmodelle werden als die Heilsbringer der Organisation verstanden. Die Geschäftsleitungen initiieren die Veränderungsprozesse nicht, weil sie komplett davon überzeugt sind. Nein, sie tun es, weil man das jetzt gerade so macht. Und das führt dazu, dass diese Projekte scheitern. Oder mindestens nicht zum Erfolg führen. Wir kamen also an den Punkt, dass wir in Organisationen die Mitarbeiter befähigt hatten, anders zu arbeiten. Die Mitarbeiter standen komplett hinter dem Projekt und freuten sich nun auf die endgültige Umsetzung. Was wir komplett unterschätzt hatten, waren die Beharrungskräfte an der Spitze der Unternehmen. Der einzige Unterschied zu früher war, dass wir jetzt gehen konnten, einfach so. Aber befriedigend ist das nicht! 

 

Wir haben viele gute Dinge angestoßen, Dinge die die Organisation wirklich braucht. Aber Angst vor Machtverlust, Angst vor Veränderung machten diesen Prozess nicht möglich. Und letztendlich war es diese Erfahrung, die dazu geführt hat, dass wir uns bei einem Kaffee in die Augen geschaut haben und gefragt haben, warum machen wir das eigentlich? Macht uns diese Tätigkeit wirklich Spaß? Macht sie uns Freude?

Wir waren bereit, alles über den Haufen zu werfen!

Die Antwort auf diese Frage kam von uns beiden wie aus der Pistole geschossen: NEIN! Warum machen wir es dann? Warum machen wir es wirklich? Und die Antwort auf diese Fragen war der Schlüssel! Wir haben uns gefragt, was der Markt brauchen könnte. Der Markt braucht Organisationscoaches. Der Markt braucht Berater, die die Unternehmen dabei begleiten, neue Arbeitsmodelle zu entwickeln. Wir haben uns gefragt, was wir anbieten könnten. Wir konnten New Work Themen bedienen. Wir hatten darin Erfahrung, sowohl aus der Organisation heraus als auch in der Begleitung von anderen. Wir hatten bereits mehrere Netzwerkveranstaltungen zu dem Thema organisiert und moderiert. Wir haben uns gefragt, ob wir damit Geld verdienen können. Und na klar war das ein Geschäftsmodell, dass sich im Grunde tragen würde. Und trotzdem waren wir bereit, alles über den Haufen zu werfen. Warum ?

Ich glaube, dass Positionierung nicht so klassisch gedacht werden kann. Erst recht nicht, in einem Business, wo sich Mensch und Mensch begegnen. Es geht nicht nur darum, was der Markt braucht, welche Qualifikation ich habe, womit ich Geld verdienen kann. Es geht um mehr. Es geht in erster Linie um mich! Positionierung bedeutet sich für etwas zu entscheiden, Position zu beziehen. Und ich sehe das nicht als Entscheidung gegen etwas, sondern ganz klar für etwas. Ich glaube nämlich, gerade wenn du vielleicht auch Coach, Trainer , Berater bist, dass du nicht alles für alle anbieten willst. Ich glaube, dass du eine klare Präferenz hast, mit wem du gerne an was arbeiten möchtest. Und der Grund, warum ich das glaube, ist der, dass ich der Meinung bin, dass wir alle eine Mission in uns tragen. Wir alle haben einen Antreiber in uns, warum wir die Dinge tun die wir tun. Diese Mission gilt es ins Bewusstsein zu heben. Aus dieser Mission heraus kannst du meistens auch ableiten, mit wem du besonders gerne arbeiten möchtest, was dein Herzensthema ist. Ein nächster wichtiger Baustein sind deine Werte. Deine Werte bilden die Basis deiner Persönlichkeit und die spielt bei der Positionierung eine entscheidende Rolle. Menschen kaufen von Menschen, wir wollen wissen wer der Mensch hinter dem Angebot ist. Gerade im Coaching ist das auch besonders wichtig. Ich bin fest davon überzeugt, dass wenn die Chemie stimmt zwischen Coach und Klient, dann können die größten Erfolge möglich werden. Wir unterscheiden uns durch unsere Persönlichkeit von anderen Coaches. Deswegen macht es auch total Sinn die zu zeigen. Wir sind nicht alleine auf dem Markt, es gibt noch ganz viele andere, die das gleiche tun. Ob besser oder schlechter ist dabei völlig egal. Es geht nicht um deine Qualifikation sondern darum, ob deine Persönlichkeit mich anspricht oder nicht. Und der letzte entscheidende Baustein für deine einzigartige Positionierung sind deine Stärken oder wie ich sie nenne deine Lieblingsfähigkeiten.  Stärken alleine reichen meiner Meinung nach nicht aus. Warum, das konntest du oben lesen. Ich war wirklich stark im Bereich New Work. Ich hatte ein großes Methodenwissen, ich war belesen, ich wusste was so läuft Punkt und trotzdem hat es mich nicht glücklich gemacht. Wichtig ist also bei seinen Stärken nach den Fähigkeiten zu suchen. die du auch noch besonders gerne tust. Diese fünf Erfolgsfaktoren sind aus meiner Sicht entscheidend für die Einzigartigkeit deiner Positionierung: 

  1.  Deine Mission
  2.  Dein Lieblingskunde
  3.  Dein Herzensthema
  4.  Deine Werte
  5.  Deine Lieblingsfähigkeiten

 

Diese fünf Bausteine machen deine Positionierung einzigartig. Weil deine Persönlichkeit maßgeblich einfließt und das ist gut so! Das ist dein Alleinstellungsmerkmal! So kann ich dich von anderen unterscheiden. Und es führt nicht dazu, dass du weniger Kunden haben wirst. Im Gegenteil, es wird dazu führen, dass du die Kunden bekommst, die zu dir passen und denen du optimal helfen kannst. Diese Kunden werden dich weiterempfehlen und so entsteht Magnetismus! 

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