“Lächerlich! Jetzt lassen sich alle selbsternannten und möchtegern Coaches vor ihren Bücherregalen filmen!” Da war er nun: mein erster Hasskommentar! Hass ist so ein starkes Wort, sagen wir besser negativer Kommentar. Mein erster negativer Kommentar. Er triggert mich, macht mich nervös. Ich wollte doch positive Reaktionen erzeugen. Was sagen nur alle anderen dazu?

 

Was habe ich nur falsch gemacht?

Mein Herz fängt an schnell und kräftig zu schlagen. Zieht sich danach zusammen. Was hab ich falsch gemacht? Warum schreibt sie das? Was habe ich ihr getan? Was habe ich im Video signalisiert, was sie verletzt haben könnte? Okay, ganz ruhig, lies dir alles nochmal durch. Ich kann nichts bedenkliches finden. Ich schaue mir das Video nochmal an. Eigentlich wirke ich ganz sympathisch. Eigentlich sage ich auch nichts, was ich heute anders sagen würde. Und das Regal im Hintergrund sieht eher nach Studentenbutze als nach Coach aus. Was ist also so schlimm daran? Außerdem ist es gar kein Bücherregal, es steht nicht ein einziges Buch darin! Das schreibe ich ihr jetzt! Nee, doch nicht, wirkt unprofessionell. Aber was mache ich nun? Oh man, ich kriege wirklich keinen klaren Gedanken zusammen. 

“Ruhe bewahren!” sagt meine beste Freundin immer. Recht hat sie. Ich mache erstmal gar nix und schlafe eine Nacht drüber. Im Bett liegend sind meine Gedanken immer noch bei dem Kommentar. Wie kann ich darauf reagieren und gleichzeitig abgeklärt und professionell wirken? Geht das überhaupt? Mache ich nicht nur alles schlimmer? Irgendwann schlafe ich ein.

 

Es hat gar nix mit mir zu tun?

Mein erster Gedanke nach dem Aufwachen dreht sich wieder um diesen blöden Kommentar. Was würde ich jemand anderem raten oder sagen, wenn er zu mir käme mit dem gleichen Problem?  

Ich würde fragen: “Was glaubst du hat diese Reaktion ausgelöst?” So wie mich ihr Kommentar triggert, habe ich mit diesem Video etwas bei ihr getriggert. Ich habe etwas bei ihr angestoßen, ohne es zu wissen. Ich habe sie auf ein Problem gestoßen, dass sie bisher vielleicht nicht angegangen ist oder nicht angehen kann oder will. Und ich habe ihr nun wieder den Spiegel vorgehalten. Ich bin nicht der Grund für ihre Reaktion, sondern nur der Auslöser. Es hat gar nichts mit mir zu tun. Es hat nur was mit ihr zu tun! Ich bin nicht verantwortlich für ihre Gefühle.

 

Ein Kommentar bedeutet, dass ich sichtbar bin

Ich verstehe langsam und ich spüre, wie ich merklich ruhiger werde. Mein Herz ist nicht nicht mehr verkrampft, mein ganzer Körper entspannt sich. Trotzdem bleibt eine Frage: Was mache ich nun mit dem Kommentar? Beantworten, löschen, ignorieren? Er ist ja immer noch da. Ich versuche es also mit einem Späßchen und nehme mich selber auf den Arm, dass doch gar keine Bücher bei mir zu sehen seien. Die Reaktion kommt direkt. Wieder negativ. Dieses Mal merke ich, dass es mich nicht so trifft. Im Gegenteil. Sie tut mir leid. Warum ist sie nur so verbittert? Das ist es, was ich spüre und was bei mir ankommt. Ich nehme diese Bitterkeit nicht an. Es ist nicht meine Bitterkeit. Ich bekomme so viel positive und wertschätzende Rückmeldung.  

Es ist nur ein negativer Kommentar. Es ist nur EIN negativer Kommentar. Ein Kommentar – egal ob negativ oder positiv – bedeutet, dass ich sichtbar bin. Ich bin sichtbar! Und ein Kommentar bedeutet auch, dass das, was ich sage eine Bedeutung hat. Es liegt an mir, wie ich damit umgehe und ob ich es persönlich nehme. Mich werden nicht alle mögen. Das ist aber gar nicht schlimm, denn ich mag ja auch nicht alle. Ist es nicht großartig, wenn unsere Worte eine Bedeutung haben und andere in Bewegung bringen? Ist das nicht das beste Kompliment, was man bekommen kann?

Hattest du auch schon solch einen Kommentar? Und wie bist du damit umgegangen?

 

Am 04. und 05. Mai biete ich einen kostenlosen Live-Workshop an. Es geht um deine einzigartige Positionierung und was sie mit deiner Sichtbarkeit zu tun hat. Hier geht´s zur Anmeldung.

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